Wiesbaden – Eine besonders arbeitsreiche Nacht liegt hinter der Feuerwehr und dem Rettungsdienst in Wiesbaden. Am Mittwochabend (14. Oktober 2026) mussten die Einsatzkräfte gleich zwei größere Brände bekämpfen. Gleichzeitig sorgten zahlreiche medizinische Notfälle für eine hohe Belastung der Rettungskräfte. Glücklicherweise wurde bei den beiden Bränden niemand verletzt.
Feuer in Aktenarchiv verursacht hohen Sachschaden
Der erste größere Einsatz begann gegen 19:15 Uhr am Schillerplatz in der Wiesbadener Innenstadt. Eine automatische Brandmeldeanlage hatte die Feuerwehr alarmiert. Obwohl von außen zunächst weder Rauch noch Flammen sichtbar waren, stellten die Einsatzkräfte im Gebäude Brandgeruch und eine zunehmende Rauchentwicklung fest.
Bei der anschließenden Suche entdeckten Feuerwehrleute unter Atemschutz einen Brand in einem umfangreichen Aktenarchiv in einem oberen Stockwerk. Die große Menge an brennbarem Papier erschwerte die Löscharbeiten erheblich.
Gegen 20:35 Uhr gelang es den Einsatzkräften, das Feuer vollständig unter Kontrolle zu bringen. Anschließend mussten mehrere Gebäudebereiche auf mögliche Glutnester überprüft und vom Rauch befreit werden.
Erst gegen 23:35 Uhr konnte das Gebäude wieder an einen Verantwortlichen übergeben werden. Eine zusätzliche Kontrolle nach Mitternacht ergab keine Hinweise auf ein erneutes Aufflammen.
Der entstandene Sachschaden wird auf einen sechsstelligen Betrag geschätzt. Die Polizei hat Ermittlungen zur bislang ungeklärten Brandursache aufgenommen.
Küchenbrand in Bierstadt macht Wohnung unbewohnbar
Während die Feuerwehr noch am Schillerplatz beschäftigt war, wurde gegen 20:42 Uhr ein weiterer Brand in der Käthe-Kollwitz-Straße im Stadtteil Bierstadt gemeldet.
In einer Erdgeschosswohnung war ein Feuer in der Küche ausgebrochen. Die alarmierten Einsatzkräfte brachten die Bewohner in Sicherheit und begannen unmittelbar mit den Löscharbeiten.
Bereits um 21:05 Uhr war der Brand gelöscht. Danach kontrollierten die Feuerwehrleute das Gebäude auf mögliche Rauchschäden und belüfteten die betroffenen Bereiche.
Die Wohnung wurde durch das Feuer so stark beschädigt, dass sie vorerst nicht mehr bewohnt werden kann. Fünf betroffene Personen fanden bei Angehörigen und Freunden eine vorübergehende Unterkunft.
Auch bei diesem Einsatz gab es keine Verletzten.
37 Rettungsdiensteinsätze innerhalb von zwölf Stunden
Neben den beiden Bränden hatte der Wiesbadener Rettungsdienst zahlreiche weitere Notfälle zu bewältigen.
Zwischen Mittwochabend um 19 Uhr und Donnerstagmorgen um 7 Uhr registrierte die Leitstelle insgesamt 37 Rettungsdiensteinsätze.
Besonders häufig wurden die Rettungskräfte wegen Stürzen und daraus resultierenden Verletzungen alarmiert. Allein 14 Einsätze standen damit in Zusammenhang.
In fünf weiteren Fällen klagten Patienten über Brustschmerzen. Darüber hinaus mussten die Einsatzkräfte bei Herzproblemen, Krampfanfällen, Kreislaufbeschwerden, Bewusstseinsstörungen und Blutungen helfen. Auch ein möglicher Vergiftungsfall beschäftigte den Rettungsdienst.
Freiwillige Feuerwehren sichern Einsatzbereitschaft
Damit die Feuerwehr trotz der beiden gleichzeitig laufenden Großeinsätze jederzeit auf weitere Notfälle reagieren konnte, übernahmen freiwillige Einsatzkräfte aus Nordenstadt, Delkenheim und Dotzheim vorübergehend die Besetzung der Feuerwachen.
Zusätzlich rückte die Feuerwehr im Laufe des Abends zu vier Tierrettungen sowie einem Wasserschaden in Mainz-Kastel aus.
Die zahlreichen Einsätze machten deutlich, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Berufsfeuerwehr, Freiwilliger Feuerwehr, Rettungsdienst und Leitstelle ist.
Trotz der hohen Einsatzbelastung konnten sämtliche gemeldeten Notfälle abgearbeitet werden.


